22.02.2009

Yoga – Eine kleine Einführung

Parsvakonasana

Viele von uns besuchen im Fitnessstudio einen Yogakurs,sei es um gelenkiger zu werden oder in der Absicht bestimmte Muskelgruppen zu stärken, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer erreichbar sind. Doch die Essenz des Yoga bleibt den Meisten dabei verborgen.

Fragt man Außenstehende, so erfährt man, dass diese im Yoga meist eine Art der körperlichen Betätigung sehen, bei der man den Köper in allen möglichen, oft eigenartigen Posen, bis zum Maximum dehnt. Eigentlich verständlich, dass diese Ansicht ihr Bild des Yoga prägt und dennoch schade, denn aus Angst diese körperlichen Leistungen nicht vollbringen zu können, verschließen sich viele dieser Technik, ohne ihr wahres Wesen erkannt zu haben.

Beim Yoga handelt es sich um ein ganzheitliches Gesundheitssystem, das darauf ausgerichtet ist, Körper, Geist und Psyche in Einklang zu bringen, indem die natürlichen Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Die Basis bildet ein anhand praktischer Erfahrungen in Indien vor mehr als 2000 Jahren entwickeltes Philosophiesystem. Die uns im Westen vorrangig bekannten körperlichen Ansätze des Yoga bilden dabei nur einen geringen Anteil des Gesamtsystems.

Der Pfad des Yoga gliedert sich in acht Stufen – Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Bei den ersten beiden Stufen handelt es sich um Verhaltensregeln. Yama bezieht sich dabei eher auf gesellschaftsrelevante Verhaltensregeln, die der Kontrolle gewisser negativer Neigungen dienen wie Gewaltlosigkeit, Enthaltsamkeit, Wahrhaftigkeit, Habgierlosigkeit und nicht stehlen. Dagegen beziehen sich die im Nayama verankerten Verhaltensregeln eher auf das Individuum. Hierzu gehören beispielsweise die äußere und innere Reinheit, die Selbsterforschung und Reflexion, eine positive Grundeinstellung, ebenso wie regelmäßiges Üben der Asanas, Achtsamkeit beim Essen und bewusstes Atmen.

Die bei uns im Westen vorrangig bekannten Übungen bilden erst die Dritte Stufe des Systems. Ihr Ziel ist es unseren Gedankenfluss zur Ruhe zu bringen, um uns auf die darauf folgenden Stufen vorzubereiten. Durch Atemübungen, eine Disziplinierung der Sinne und das Erlernen einer höheren Konzentration erreicht der Übende die Bewusstseinszustände der Meditation oder Versenkung, welche schließlich das Erleben des höchsten Bewusstseinszustandes – Samadhi – ermöglichen sollen. Doch dies ist ein langer Weg, der mit täglichem Üben einher geht.

Photo: stock.xchng, knife18