10.07.2009

Floating – Ein Erlebnisbericht

Als ich zum Geburtstag einen Gutschein zum Floaten geschenkt bekam, war ich zunächst etwas verdutzt. Aber um ehrlich zu sein, lag das weniger am Geschenk, sondern an der Person von der das Geschenk kam.

Naja, egal. Gefreut habe ich mich auf jeden Fall. Allerdings musste ich erstmal einen Augenblick überlegen was Floating nochmal war. Ich erinnerte mich daran in geraumen Vortagen schon mal davon gehört zu haben und das ich es eines Tages mal ausprobieren wollte. Ich wusste noch, dass man in einem verschlossenen Tank liegt in dem angeblich absolute Ruhe herrscht. Doch mehr wusste ich nicht mehr.

Neugierig schlug ich die zum Geschenk mitgelieferte Informationsbroschüre auf, in der Hoffnung darin handfeste Informationen zur Wirkung des Floatings zu finden. Doch ich wurde enttäuscht. Nachdem ich jedes Wort darin verschlungen hatte war ich zwar schlauer, was die Zusammensetzung der Flüssigkeit auf der man „floatet“, die Entstehungsgeschichte und die bisherigen Forschungserkenntnisse  anbelangt, doch eine genauere Vorstellung von dem was mich dabei erwartet hatte ich trotzdem nicht.

Nach einigen Wochen habe ich dann endlich einen Termin zum Floaten vereinbart. In letzter Sekunde wollte ich doch noch einen Rückzieher machen. Zum Glück habe ich diesem Impuls nicht nachgegeben. Als ich dort ankam erschloss sich mir eine kleine Oase der Ruhe und des Wohlbefindens, inmitten der sonst so hektischen Stadt.

Nach einer freundlichen Begrüßung zeigte mir die Empfangsdame das Zimmer in dem ich nun die nächsten 45 Minuten floaten würde. Entgegen meiner Vorstellung erwartete mich ein traumhaftes, unglaublich geräumiges Badezimmer, in dem alles zu finden war, was das Herz begehrt – eine wunderschöne Dusche, hochwertige Pflegeprodukte (aus dem Bioladen) und kuschlige Handtücher.

Nach einer kurzen Einweisung wie ich den Floating-Tank bediene und was ich beachten sollte informierte sie mich noch, dass sie, wenn die Zeit um ist, Musik an macht und es dann an der Zeit ist den Tank zu verlassen. Dann verabschiedete sie sich mit dem Hinweis, dass ich mir nach Beendigung meiner Float-Session ruhig Zeit lassen sollte beim duschen und fertig machen.

Ich schloss die Tür hinter ihr ab, duschte mich und stieg in den Floating-Tank. Das Wasser war extrem niedrig und ich konnte mir nicht wirklich vorstellen darauf zu schwimmen ohne den Boden des Tanks zu berühren. Außerdem war es etwas schmierig.

Ich war schon dabei den Deckel runter zu lassen als ich feststellte, dass ich die Ohropax vergessen hatte, die verhindern sollen, dass von der Salzlauge Kristalle im Ohr zurückbleiben. Beim aussteigen musste ich aufpassen, dass ich mit der schmierigen Lauge an meinen Füßen nicht ausrutschte.

Wieder zurück im Tank konnte meine Floating-Session endlich beginnen. Ich legte mich auf das Wasser und ließ den Deckel zum zweiten Mal runter. Eigentlich lag ich vollkommen regungslos da. Trotzdem trieb ich immer wieder von Seite zu Seite und stieß an die Wand. Es dauerte eine Weile, bis ich die richtige Position gefunden hatte und die Seitenwände nicht mehr berührte.

Mein Nacken fing an ein bisschen weh zu tun in Folge der ungewohnten Entspannung der umliegenden Muskeln. Trotzdem war es ein angenehmes Gefühl. Schwerelos schwebte ich auf dem kaum wahrzunehmenden Wasser, der ganze Körper unglaublich entspannt.

Nach einer Weile fing ich an mich zu fragen wie lange ich wohl schon in dem Tank war und ob ich die Musik überhaupt hören würde mit den Ohropax. Doch als es dann so weit war, wurde mir klar, dass ich es garnicht hätte überhören können. Sanfte instrumentale Klänge verkündeten mir, dass es an der Zeit war meine Floating-Session zu beenden. Ich stieg aus dem Tank, duschte und machte mich gemütlich fertig. Entspannt und mit einem ganz neuen Gefühl verließ ich das Badezimmer mit ein wenig wehmut, dass es schon vorbei war.

Machen werde ich es auf jeden Fall wieder, dann allerdings länger!

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